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Aphasie
Ein möglicher Grund ist eine zentrale Sprachstörung (Aphasie), die bei Schädigung im Sprachzentrum des Gehirns auftreten kann. Hauptursache einer zentralen Sprachstörung ist der Schlaganfall. Weiterhin können einer Aphasie auch Hirnverletzungen (z.B. durch Unfall), Gefäßmissbildungen und -erkrankungen, Tumoren, oder auch Alterungsprozesse des Gehirns zugrunde liegen. Die Auffälligkeiten im Bereich der Sprache können sich sehr unterschiedlich zeigen. Meistens ist nicht nur das Sprechen betroffen, sondern auch das Verstehen, das Lesen und das Schreiben. Die Ausprägung der jeweiligen Störung kann bei jedem Patienten anders sein. Häufig sind auch die Wahrnehmungsbereiche beeinträchtigt. So kann es z.B. zu Doppelbildern kommen, oder das Filtern von Umweltgeräuschen ist erschwert.
Artikulationsstörungen
Kinder die einen oder mehrere Laute altersgemäß nicht korrekt aussprechen können, und diesen durch einen anderen Laut ersetzen oder weglassen haben eine Artikulationsstörung. Beispiele dafür könnten „Tingerdarken“ -> für „kindergarten“ oder „fis“ -> für „fisch“ sein. Die bekannteste Artikulationsstörung dürfte das Lispeln sein. Die Kinder trainieren in der Therapie die auditive Wahrnehmung des fehlerhaften und des korrekten Lautes. Durch ein gezieltes Mundmuskeltraining ist es den Kindern möglich den neu erlernten Laut korrekt zu produzieren. Wird der neue Laut auf Silbenebene richtig artikuliert wird er auf Wort- und Satzebene stabilisiert, um dann sicher in die Spontansprache übernommen zu werden.
Auditive Wahrnehmungsstörungen
Die auf das Gehör bezogene Merkfähigkeit ist eingeschränkt und es fällt schwer ähnlich klingende Laute voneinander zu unterscheiden. Ebenso können Geräusche (Sprache) nur schlecht aus einem Hintergrundgeräusch herausgefiltert werden. Diese mangelnden Fähigkeiten haben nicht selten eine Lese- Rechtschreibschwäche sowie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche zur Folge.
Autismus
Autismus ist eine angeborene, nicht heilbare tiefgreifende Entwicklungsstörung, die vor dem 3. Lebensjahr beginnt und sich in recht unterschiedlichen Symptomkombinationen und Ausprägungsgraden darstellt. Heute spricht man meist von „Autismus-Spektrum-Störung“ (ASS) und unterscheidet immer seltener zwischen den Autismustypen „Frühkindlicher Autismus“, „Asperger Syndro“ und „Atypischer Autismus“.Für alle Varianten gibt es übereinstimmende zentrale Merkmale, die sich drei Kernbereichen zuordnen lassen:

  • interaktives soziales Verhalten
  • sprachliche und körpersprachliche Kommunikation
  • Repertoire von Interessen, Aktivitäten und Verhaltensmustern.

Etwa 45 % der autistischen Menschen leiden unter einer Intelligenzminderung, während einige wenige hochbegabt sind (wie z. B. beim Asperger Syndrom). Alle Auffälligkeiten gehen auf Veränderungen in Aufbau und Arbeitsweise des Gehirns zurück. Diese führen dazu, dass von Autismus Betroffene zwischenmenschliche Abläufe und Zusammenhänge nicht durchschauen und sich schwertun, grundlegende soziale Handlungsmuster zu erlernen, z. B. Beachten und Verstehen der sozialen Signale anderer (wie Stirnrunzeln oder anerkennendes Nicken), Blickkontakt und Nachahmung und Herstellen eines geteilten Aufmerksamkeitsfokus (wie dem anderen etwas Interessantes zu zeigen).
Es kommt zu Unregelmäßigkeiten (Anomalien) bei der Verarbeitung sensorischer Reize
(z. B. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Lichtreizen, Berührung oder Gerüchen), beim Bewerten und schlussfolgernden Verarbeiten von Informationen (z. B.  isolierte, zusammenhanglose Wahrnehmung von Details, z. B. wie alle roten Farbkleckse eines Bildes wahrnehmen, ohne das Mädchen zu erkennen) und in den sogenannten „exekutiven Funktionen“ (z. B. Organisation des eigenen Handelns, wie z. B. sich anzuziehen). Daraus ergibt sich ganz allgemein eine ungewöhnliche Art des Lernens und Denkens, die sich auf das zwischenmenschliche Geschehen auswirkt und zu beidseitigen Missverständnissen und Verunsicherungen führt. Die Skala an Sprachstörungen ist sehr breit.
Etwa die Hälfte der autistischen Menschen spricht gar nicht oder kommuniziert in Ansätzen mit Hilfe stereotyper Wörter oder kurzer Sätze, auswendig gelernter Redewendungen (Floskeln) oder wörtlichem Wiederholen von gehörten Wörtern oder Sätzen (Echolalie).

Dysarthrie
Die Dysarthrie ist eine eine Sprechstörung, die durch eine Schädigung im Gehirn verursacht wird. Die Schädigung kann sich in unterschiedlichen Regionen des Gehirns manifestieren, soweit diese für Sprechfunktion und Stimmgebung zuständig sind. Durch die Schädigung im Gehirn ist die nervale Versorgung der Organe nicht mehr gewährleistet und beeinträchtigt daher die Funktionen. Diese sind vom Patienten nicht bzw. sehr schwer willentlich zu verändern und zu verbessern. Ursachen hierfür sind u.a. Schlaganfall, degenerative Erkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose, Parkinson, Schädel-Hirn-Verletzungen, Tumoren etc.
Dysphagie / Schluckstörungen
Die Dysphagie beschreibt eine Schluckstörung, die durch eine Schädigung des Gehirns ausgelöst wird, z.B. durch Schlaganfall, Tumoren, degenerative Erkrankungen, oder aber durch Operationen und Tumoren im Gesichts- und Halsbereich. Da das Schlucken ein sehr komplexer Ablauf ist, können verschiedene Symptome auftreten: Der Speichel, sowie alle Nahrungsmittel können nicht geschluckt werden. Ebenso kann der Schluckreflex nicht ausgelöst werden. Aber auch häufiges Verschlucken kann eine mögliche Ursache einer Dysphagie sein.
Frühförderung
Im Rahmen der Frühförderung arbeiten wir mit Ihrem Kind nach einem Therapiekonzept von Barbara Zollinger. Bei einer Spracherwerbsstörung sollte so früh wie möglich mit der logopädischen Therapie begonnen werden. Der Spracherwerb Ihres Kindes ist ein kontinuierlicher Prozess, der sofort nach der Geburt in Form von Mutter-Kind-Interaktion beginnt. Da diese Interaktion mit Ihrem Kind besonders wichtig ist, vereint sich bei uns Elternberatung und Elternarbeit mit der logopädischen Therapie. Bereits in den ersten zwei Lebensjahren Ihres Kindes können Prozesse gestört sein, welche zur Entdeckung der Sprache benötigt werden. Diese äußern sich allerdings zunächst unbemerkt in Sprachverständnisdefiziten und verspätetem Sprechbeginn. Ab dem dritten Lebensjahr könnten Beeinträchtigungen bei der Lautwahrnehmung, Produktion von Lauten, Wortbedeutung, Satzbau oder dem Redefluss auftreten.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte handelt es sich um eine angeborene ein- oder beidseitige Fehlbildung des oralen Bereiches. Dabei kann entweder der Ringmuskel der Lippen, der Kiefer, der Gaumen oder alle zusammen gespalten sein. Dadurch sind die Primärfunktionen Saugen, Schlucken, Atmen und Würgen gestört, sowie die Sekundärfunktionen Artikulation (Aussprache) und die Unterscheidung zwischen Oral-und Nasallauten. Die gestörte Belüftung des Mittelohres durch die Eustachische Röhre führt bei 30% der Patienten zu Schallleitungsschwerhörigkeit. In der Therapie, welche sich nach Alter der Patienten sehr unterschiedlich gestaltet, wird das gestörte Gleichgewicht im Mundbereich durch gezieltes Muskelfunktionstraining aufgebaut. Generell werden zahlreiche Übungen durchgeführt, welche das Gaumensegel und die Rachenmuskulatur aktivieren, um den Lippenschluss zu stabilisieren und die Laute bei jedem Kind so gut wie möglich anzubahnen. Blas-, Saug und Sprechübungen sind neben dem Hörtraining von großer Bedeutung.
Morbus Parkinson
Es handelt sich hierbei um eine degenerative Erkrankung des Gehirns, in deren Verlauf es zum Absterben von Nervenzellen kommt. Es können dabei unterschiedliche Symptome auftreten. Am häufigsten sind Rigor (Erhöhung der Muskelspannung=Steifheit), Tremor (Muskelzittern) und Akinese (Bewegungsverlangsamung) zu beobachten. Die Erkrankung kann durch die Einnahme von Medikamenten behandelt werden, welche die Symptome teilweise vermindern. Zudem gibt es die Möglichkeit einer tiefen Hirnstimulation, welche einen operativen Eingriff bedarf.
Myofunktionelle Störungen
Es handelt sich hierbei um ein Muskelungleichgewicht vor allem der Zunge und der Lippen. Die Zunge wird hier meist nach vorne gepresst, was eine Fehlstellung der Schneidezähne und eine Fehlbildung der Zischlaute S und Z zur Folge haben kann. Oft ist das optisch erkennbar durch einen sogenannten Überbiss (Prognathie).
Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)
Die Ursachen für das Stottern und Poltern sind vielfältiger Natur: Familiäre Sprachschwäche, das soziale Umfeld und dessen Umgang mit den Unflüssigkeiten, psychosoziale Gründe, neurologische und organische Schwächen, Traumata und andere Faktoren. Auch hier gilt, wie bei allen logopädischen Störungsbildern, dass ein frühzeitiges Eingreifen in den Krankheitsverlauf sich günstig auf dessen Entwicklung auswirkt. Aspekte aus der Artikulationstherapie, der Muskelfunktionstherapie, der Atem- und Wahrnehmungstherapie unter Betonung des rhythmischen Sprechens (Sprechzeichnen) helfen dem Patienten, sein Sprechen kontrollieren zu lernen, um für andere verständlich zu sein.
selektiver Mutismus
Der selektive Mutismus tritt zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr auf . Der Terminus bezeichnet eine emotionale psychische Störung, bei der die sprachliche Kommunikation sehr stark eingeschränkt ist, obwohl eine abgeschlossene Sprachentwicklung bzw. die physiologische Funktion der Sprechwerkzeuge vorhanden ist. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Kinder, welche unter selektivem Mutismus leiden, keineswegs total stumm sind. Sie kommunizieren lediglich mit bestimmten Personen verbal. Meist mit Menschen des nahen Umfeldes, wie Eltern oder Geschwistern.Unter einer Sprachstörung im herkömmlichen Sinne lässt sich der selektive Mutismus nicht einordnen. Vielmehr ist der selektive Mutismus ein zeitlich begrenzter, angstbedingter Sprechabbruch in bestimmten sozialen Situationen oder in Anwesenheit unbewusst ausgewählter Personen.Ein auffälliges Symptom, welches den selektiven Mutismus charakterisiert, ist, dass die Produktion jeglicher Art von Lautäußerungen nicht zugelassen wird.  Darunter fällt nicht nur das Sprechen, sondern auch das Weinen, Lachen, Husten und Räuspern etc.
Sprachentwicklungsverzögerung
Von einer Sprachentwicklungsverzögerung sprechen wir, wenn ein Kind nicht in der Lage ist, seinem Alter entsprechend Sprache zu verstehen und/oder zu benutzen. Die Therapie ist vielfältig, orientiert sich aber immer direkt an den Auffälligkeiten des jeweiligen Kindes und natürlich an seinem Alter, seinen kognitiven Fähigkeiten und seinen speziellen Vorlieben. Ein kindgerechtes Spielmaterial, Bilder, Satzstrukturkarten und Bücher aller Art, logopädische Förderspiele und spezielle Grammatikaufbaukonzepte finden Anwendung in der Therapie.
Sprechapraxie
Bei der Sprechapraxie handelt sich um eine Störung der zum Sprechen benötigten Bewegungsabläufe. Sie tritt hauptsächlich in Verbindung mit einer Aphasie auf.
Stimm- und Atemstörungen
Hohe Sprechbelastung in Beruf und/oder Familie kann die Stimme beeinträchtigen oder einen plötzlichen Stimmverlust hervorrufen. Häufige Infektionen im Hals-Nasen-Ohren Bereich, unökonomischer Stimmgebrauch, aber auch psychische Belastungen können die Stimme versagen lassen. Verletzungen des Kehlkopfes durch Operationen oder Unfall können ebenfalls Stimmlosigkeit verursachen.

 

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